Bemerkenswert

Kranke Richter in Erfurt?

Das Deutsche Institut für Totalitarismusabwehr und Verein für Antikorruption, Reformation 2014 e.V. zeigte bereits am 10.12.2018 den Richter TSCHERNER wegen „nicht konformen Verhalten“ an. Nach Beobachtung des Psychiaters und zahlreicher weiterer Zeugen soll Richter TSCHERNER die Angeklagte mehrfach nicht habe aussprechen lassen und deren Rechtsanwalt beleidigt haben.

Nach nunmehr mehr als vier Wochen soll es noch immer kein Zeichen einer ordnungsgemäßen Bearbeitung der eingereichten Strafanzeige geben, so dass das Deutsche Institut für Totalitarismusabwehr am 04. Februar 2019 wie folgt erinnerte.

Deutsches Institut für Totalitarismusabwehr &
Verein
 Anti-Korruption . Reformation 2014 e.V. 
(1. Vorsitzender)
Dipl. med. Wilfried Meißner
Facharzt  für Anatomie, Psychiatrie und Psychotherapie a.D.
Zum Eckardtsanger 21
07318 Saalfeld
Tel. 03671 52 89 32 od. 0170 1143471

Saalfeld, den 04. Februar 2019

An Frau
Kerstin Lossin-Weimer

-Direktorin und Richterin-
Amtsgericht Erfurt

Rudolfstraße 46

99092 Erfurt

Telefon: 0361 57355-5159

Fax VORAUS: 0361 573555-000

Betr.: Nachfrage zur Anzeige / zum Strafantrag vom 10.12.18 gegen den Vorsitzenden Richter Harald Tscherner, LG Erfurt (Ihr Az: mir unbekannt).

Sehr geehrte Frau Gerichtsdirektorin,

ich erstattete am 10. Dezember 2018 Strafanzeige, die ich per Fax und per E-Post übermittelte1.

Bitte teilen Sie mir zeitnah mit,

  1. wer die Sache unter welchem Aktenzeichen bearbeitet,

  2. was Sie über den Sachstand wissen und

  3. wohin ich mich zu wenden habe (und wohin andere Personen sich wenden sollten), wenn mir angesichts von unverbürgten Nachrichten über weitere Verhaltensauffälligkeiten des Richters (in einer von mir nicht persönlich erlebten Verhandlung im Dezember) Zweifel an dessen Eignung zur Ausübung seines Amtes gekommen sind. Meiner Ansicht nach ist die öffentliche bzw. die (de jure) Rechtsordnung de facto gefährdet, wenn sich ein Richter derart gehen läßt wie von mir erlebt und dann von anderen berichtet.

Ich rege also Maßnahmen nach dem PsychKG an. Herr Tscherner sollte ggf. – zur Wahrung seiner Persönlichkeitsrechte wie im Interesse der Wahrheitsfindung)- von einem seriösen Psychiater untersucht werden, der die vollständige audiovisuelle Dokumentation des Untersuchungsge-spräches (unter Einschluß des Untersucherverhaltens) nicht scheut (vgl. Ihnen gestern per Fax übermittelte Einlassungen des Landesbeauftragten für den Datenschutz vom 05. März 2018).

Für amtspflichtkonforme Bemühungen im Dienst der wahren Justitia, deren Ruf in Erfurt -von außen gesehen- ziemlich ramponiert erscheint2, bedanke ich mich im Voraus.

Hochachtungsvoll

Dipl. med. Wilfried Meißner

-psychodynamische Teamsupervision und Org.- Beratung (McKinsey&Co-independent)3

nachr.: RA Gregor Heiland, LG- Richter Pröbstel, Gesundheitsamt Erfurt, Dieter Lauinger (B 90).

Ein Grund aus meiner Sicht: Der Richterbündler Pröbstel (vom LG Erfurt) schweigt (im Schulterschluß mit Politgrößen) zu der von ihm mit zu verantwortenden Propaganda pro desinformationelle Richterkooperation mit Jugendamtsleuten bzw. pro CIAlogisch org. -zersetzende, psychopathogene- Datenkriminalität: https://antikorruption2014.jimdo.com/inhaltsverzeichnis-2016-2017/anschreiben-im-%C3%BCberblick-2018/08-04-2018vrlgholgerproebstel/

 

Hier die vorangegangene Anfrage vom 27.11.2018

CCF27112018RichterTschernerLGEF

Hier das GEDÄCHTNISPROTOKOLL der mutigen Frau Claudia May, welche für die Verfehlungen ihres womöglich gar nicht „gesetzlichen Richters“ gem. Artikel 101 GG sowie § 15 GVG, welcher sicher eher als HENKER zu positionieren schien, welches es in sich hat:

181123- Bild-Gedaechtnisprotokoll

Hier ein Link zur Berichterstattung des Deutschen Instituts für Totalitarismus Abwehr.

Werbeanzeigen
Bemerkenswert

LICHTBLICK – Verein für Soziale Verantwortung e.V. – Hilfe für Familien bei illegalen Inobhutnahmen

Dies ist die Kurzfassung des Beitrags.

Der LICHTBLICK – Verein für Soziale Verantwortung e.V. wurde im August 2016 von sieben Jugendamts-Erfahrenen Menschen gegründet, um Eltern, die vom „amtlichen Kinderklau“ betroffen sind, bei der Rückholung ihrer Kinder gem. § 18 SGB VIII zu beraten und zu unterstützen.

Hier listen wir so wie die Zeit es zulässt, die Erfolge auf.

Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie die Vereinsarbeit unterstützen können.

Beitrag veröffentlichen

Leben wir in einem all-umspannenden Netzwerk Pädophiler Verbrecher?

Um den Lesern die Möglichkeit zu verschaffen, diese Frage zu beantworten, stellen wir nachfolgend einige Informationen zum „Tagesgeschehen“ zusammen.

Auf der Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/missbrauch-in-luegde-15-verdachtsfaelle-bei-polizei-in-nrw-a-1257549.html

Kinderpornografie und MissbrauchMindestens 15 Verdachtsfälle bei Polizei in NRW

Im Zuge der Ermittlungen zum Skandal von Lügde ist bekannt geworden, dass in NRW mehrere Polizisten des Kindesmissbrauchs verdächtigt wurden. Ein vorbestrafter Beamter ist weiter im Dienst.

Polizisten bei Durchsuchung auf Campingplatz

DPA

Polizisten bei Durchsuchung auf CampingplatzMittwoch, 13.03.2019   12:17 Uhr

Das Innenministerium von Nordrhein-Westfalen ist bei seinen Untersuchungen zum Polizeiskandal von Lügde landesweit auf 15 Fälle gestoßen, in denen Ermittlungen wegen Kindesmissbrauchs oder Kinderpornografie gegen Polizisten geführt wurden. Es habe sich um straf- oder disziplinarrechtliche Prüfungen gehandelt, sagte ein Ministeriumssprecher. Darunter sei auch der Fall eines Polizisten der Kreispolizeibehörde Lippe, der wegen Kinderpornografie vorbestraft ist.

Das Innenministerium hatte laut eigenen Angaben das zuständige Landesamt für Aus- und Fortbildung der Polizei (LAFP) beauftragt, nach solchen Fällen zu suchen. „Daraufhin hat das LAFP dem Ministerium in einer Erstauskunft über insgesamt 15 Fälle innerhalb der vergangenen zehn Jahre berichtet“, sagte der Sprecher. „In 14 dieser Fälle sind die betroffenen Beamten zwischenzeitlich entweder aus dem Dienst entfernt worden, vorläufig des Dienstes enthoben worden, mit einem Verbot der Führung der Dienstgeschäfte belegt worden oder sie befinden sich bereits im Ruhestand.“

Weiter im Dienst sei der vorbestrafte Polizist im Kreis Lippe. Dieser Fall war vergangene Woche bekannt geworden. Der Beamte war nach früheren Ministeriumsangaben im Jahr 2011 wegen des Besitzes und Beschaffens von Kinderpornografie verurteilt worden. Er arbeite weiter, „da ein Gericht eine Entfernung aus dem Dienst abgelehnt hatte“, sagte der Ministeriumssprecher.

Noch nicht ausgewertet worden seien die Polizisten, die beim Landeskriminalamt, Landesamt für zentrale Polizeiliche Dienste und LAFP selbst arbeiten. Dies sei aber nur noch ein Bruchteil der 42.000 Polizisten in NRW, hieß es beim Ministerium.

Missbrauch auf dem Campingplatz:

Missbrauch auf dem Campingplatz“Jetzt hab ich sie, jetzt bin ich der Papa“

Die Missbrauchsserie von Lügde war am 30. Januar bekannt geworden. Auf dem dortigen Campingplatz sollen über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren mindestens 31 Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren missbraucht worden sein. Es gibt insgesamt sieben Verdächtige. Zuletzt waren bei einer Durchsuchung neue mögliche Beweismittel gefunden worden.

Der Fall hatte sich nach massiven Ermittlungspannen zu einem Polizeiskandal ausgeweitet. Bei internen Untersuchungen waren polizeiliche Sonderermittler auf einen Beamten gestoßen, der wegen Kinderpornografie vorbestraft ist.

Wegen Strafvereitelung im Amt, Verletzung der Fürsorgepflicht und anderen Vorwürfen wird gegen mehr als ein Dutzend Beschuldigte bei Behörden ermittelt, darunter zwei Polizisten und acht Jugendamtsmitarbeiter.

ala/dpa

Von der Quelle: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/luegde-die-fragwuerdige-rolle-der-jugendaemter-a-1251028.html

Missbrauch auf Campingplatz in NRWDie fragwürdige Rolle der Jugendämter

Wurden erste Hinweise auf sexuellen Missbrauch in Lügde nicht ernst genommen? Das Jugendamt gerät stärker unter Druck. Und auch das Vorgehen der Polizei wird überprüft.

Von Ansgar Siemens und Hendrik Ternieden

Campingplatz Eichwald

DPA

Campingplatz EichwaldDonnerstag, 31.01.2019   21:46 Uhr

Das Weltbild von Frank Schäfsmeier hat Risse bekommen in dieser Woche. Der 54-Jährige ist Chef des Campingplatzes im westfälischen Lügde. Ein Ort, der zur Chiffre geworden ist für einen Missbrauchsfall, dessen ganzes Ausmaß noch nicht absehbar ist – obwohl die Ermittler schon jetzt von rund tausend Einzeltaten ausgehen.

Drei Männer sitzen in Untersuchungshaft, darunter der mutmaßliche Haupttäter Andreas V. Seit 2008 soll er immer wieder Kinder missbraucht haben, darunter seine acht Jahre alte Pflegetochter. Laut Ermittlern ein Tatort: der Campingplatz, auf dem Andreas V. seit vielen Jahren lebte. Der arbeitslose Junggeselle galt als kinderlieb, als harmlos. „Niemand hier hätte sich das vorstellen können“, sagt Schäfsmeier am Donnerstag am Telefon.

Und doch spielt die Frage, ob Alarmsignale übersehen wurden, in den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Detmold eine wichtige Rolle. Denn offenbar gab es bereits 2016, dem Jahr, in dem Andreas V. das kleine Mädchen zu sich nahm, Hinweise auf möglichen sexuellen Missbrauch.

Wie konkret die Hinweise waren, wie ernst sie genommen wurden, warum sie keine Folgen hatten – all das müssen die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zeigen. Schon jetzt entsteht jedoch der Eindruck, dass sich die beteiligten Jugendämter in der Beurteilung des Falls uneins waren; dass erste Stellungnahmen anscheinend nicht die ganze Wahrheit wiedergaben; und dass es möglicherweise nicht nur bei den Jugendämtern Versäumnisse gab, sondern vielleicht auch bei der Polizei.

Unsittlich berührt

Die Mutter des kleinen Mädchens lebt im Landkreis Hameln-Pyrmont, deshalb war das dortige Jugendamt zuständig. Die Frau habe sich Anfang 2016 gewünscht, das Kind bei Andreas V. in Pflege zu geben, sagt eine Sprecherin der Behörde. Man habe daher ein Prüfverfahren eingeleitet, sich auch die finanzielle Lage und die Wohnsituation von Andreas V. angeschaut.

Während dieser Prüfung, im August 2016, meldete sich der Familienvater Jens R. mit einem schweren Vorwurf bei der Polizei, so erzählt er es der „Lippischen Landeszeitung“. Seine beiden Töchter seien von Andreas V. unsittlich berührt worden.

Der Detmolder Oberstaatsanwalt Ralf Vetter bestätigt, dass sich ein Zeuge im August 2016 an die Polizei, das Jugendamt und den Kinderschutzbund wendete. Die Polizei habe den Hinweis an das Jugendamt Lippe weitergeleitet. Polizeiliche Ermittlungen habe es aber nicht gegeben. „Wir prüfen jetzt, ob die Polizei nicht weitere Schritte hätte einleiten müssen“, sagte Vetter.

In der Stellungnahme des Landkreises Lippe war am Mittwoch von einem Hinweis wegen sexuellen Missbrauchs keine Rede. Dort wurde nur ein Verdacht auf eine Verwahrlosung der Pflegetochter erwähnt, den man Ende 2016 „umgehend“ geprüft habe. Der Hinweis kam aus dem Jobcenter, das Andreas V. betreute. Das Ergebnis der Prüfung: Eine Verwahrlosung sei nicht zu erkennen, aber es bestehe eine latente Kindeswohlgefährdung. Man empfahl den Kollegen in Hameln ein anderes Wohnumfeld für das Kind.

Wohnwagen von Andreas V.

SPIEGEL ONLINE

Wohnwagen von Andreas V.

Diese Empfehlung hatte jedoch keine Konsequenzen: Andreas V. und das Mädchen lebten weiter auf der Parzelle. Das Jugendamt Hameln-Pyrmont sah darin offenbar kein Problem. „Die beiden hatten eine extrem hohe soziale Bindung“, sagt eine Sprecherin.

Der Leiter des Jugendamtes Lippe, Karl-Eitel John, kritisiert die Entscheidung. „Wir hätten das Kind nicht bei Andreas V. in Pflege gegeben“, sagt er dem SPIEGEL. Es habe sich nicht um eine „erziehungsfördernde Umgebung“ gehandelt. Man gebe Kinder in der Regel in intakte Familien.

Das klingt nach Schuldzuweisung. Die Staatsanwaltschaft Detmold ermittelt allerdings gegen Mitarbeiter beider Jugendämter, es geht um den Verdacht auf Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht.

Die Sprecherin des Jugendamtes Hameln sagte, einen Hinweis auf sexuellen Missbrauch habe man in Zusammenhang mit Andreas V. nie erhalten. Dem Hinweis aus dem Jobcenter sei man gemeinsam mit den Kollegen aus Lippe nachgegangen. Doch möglicherweise ist auch dieser zweite Hinweis von Ende 2016 anders zu bewerten als bisher bekannt.

„Diese Anzeige bezog sich auf den Verdacht der Verwahrlosung eines Kindes – nicht eines möglichen Missbrauchs“, hieß es dazu in der Mitteilung des Landkreises Lippe.

Doch die Nachrichtenagentur dpa berichtet nun unter Berufung auf Staatsanwalt Vetter, es sei dabei um Äußerungen des Pflegevaters gegangen, die auf sexuellen Missbrauch des Kindes hindeuten konnten. Auch in diesem Fall habe die Polizei den Hinweis an das Jugendamt weitergegeben. Und auch diesmal habe es keine Ermittlungen oder einen Hinweis an die Staatsanwaltschaft gegeben.

Absperrung der Polizei

DPA

Absperrung der Polizei

So dauerte es bis zu einer Anzeige im November 2018, ehe die Pflegetochter in Sicherheit gebracht wurde. Und bis zum 6. Dezember, ehe Polizisten Andreas V. festnahmen.

Rund fünf Wochen später fassten sie einen 33-Jährigen, der gemeinsam mit ihm Kinder missbraucht und den Missbrauch auch gefilmt haben soll. Ein 48-Jähriger aus Stade soll Abnehmer des kinderpornografischen Materials gewesen sein. Insgesamt übergaben die Ermittler 13.000 Dateien an das Bundeskriminalamt. Sie gehen davon aus, dass es noch weitere Täter gibt.

Von der Seite: http://www.spiegel.de/panorama/justiz/luegde-missbrauch-was-ueber-den-verdaechtigen-andreas-v-bekannt-ist-a-1250774.html

Missbrauchsfälle in NRW“Ich bin jetzt der Papa“

Jahrelang soll Andreas V. auf einem Campingplatz seine Pflegetochter und andere Kinder missbraucht haben. Laut Ermittlern bereitete er die Taten perfide vor. „Es ist kaum in Worte zu fassen“, sagt ein Polizist.

Von Hendrik TerniedenJens Witte und Jean-Pierre Ziegler, Lügde

Parzelle von Andreas V.

SPIEGEL ONLINE

Parzelle von Andreas V.Mittwoch, 30.01.2019   18:34 Uhr

So sah es hier wohl meistens aus: Der Wohnwagen mit der verdreckten weißen Außenwand, die Holzverschläge, der alte Kleiderschrank unter freiem Himmel, das Trampolin. Rund 150 Quadratmeter auf einem Campingplatz, an einem leichten Hang gelegen, umgeben von Eichen und Birken im Landkreis Lippe. Das Reich von Andreas V., 56 Jahre alt, arbeitslos, eine Pflegetochter, ein Hund.ANZEIGE

Eine unordentliche Parzelle. So heruntergekommen, dass die Nachbarn sich dem Chef der Anlage zufolge beschwerten. Dass bei Andreas V. offenbar viel schlimmere Dinge geschahen, davon ahnten die Nachbarn und der Betreiber wohl nichts.

Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll Andreas V. in seiner Parzelle auf dem Campingplatz Kinder missbraucht und den Missbrauch auch gefilmt haben. Die Polizei nahm ihn am Nikolaustag 2018 fest. Am 10. und 11. Januar folgten zwei weitere Festnahmen: ein 33-Jähriger aus Steinheim bei Höxter und ein 48-Jähriger aus Stade in Niedersachsen.

Wohnwagen von Andreas V.

SPIEGEL ONLINE

Wohnwagen von Andreas V.

Alle drei Männer sitzen in Untersuchungshaft. Die Ermittler gehen von mehr als 1000 Einzeltaten aus, mindestens 23 Kinder im Alter von 4 bis 13 Jahren sollen missbraucht worden sein, überwiegend Mädchen. Der 48-Jährige aus Stade war laut Ermittlern Käufer des kinderpornografischen Materials. Er soll die beiden anderen Männer zu weiteren Taten angestiftet haben.

Die meisten Übergriffe geschahen offenbar seit 2016, denn seit dieser Zeit hatte Andreas V. eine Pflegetochter. Auch die heute Achtjährige soll er missbraucht haben. Und er soll über das Mädchen Kontakt zu anderen Kindern hergestellt haben, mit Ausflügen ins Schwimmbad zum Beispiel.

„Er hat eine Atmosphäre geschaffen, in der sich die Kinder zunächst wohlfühlten“, sagt Kriminalhauptkommissar Achim Tietz. „Es gab Belohnungen für gewisse Dinge. Alles mit dem Ziel, diese Straftaten zu begehen. Das ist kaum in Worte zu fassen.“

Der Fall erschüttert selbst erfahrene Ermittler. „Bei der Auswertung der sichergestellten Beweismittel und bei den Anhörungen der Kinder kamen perfide Einzelheiten zu Tage“, sagt Gunnar Weiß, Leiter der Ermittlungsgruppe „Campingplatz“. Sie würden ihn und die Kollegen „noch lange nach Dienstende beschäftigen“.

Blick auf Elbrinxen, einen Stadtteil von Lügde

SPIEGEL ONLINE

Blick auf Elbrinxen, einen Stadtteil von Lügde

Nach den Vergewaltigungsfällen in Staufen, die vor ziemlich genau einem Jahr bekannt wurden, tun sich nun erneut Abgründe in der deutschen Provinz auf. Wenn sich die Ermittlungen bestätigen, dann hatten im Lügder Fall die Missbrauchstäter und der Abnehmer der Videos keinen persönlichen Kontakt. Sie sollen sich über das Darknet ausgetauscht haben. Und ähnlich wie beim Staufener Fall muss auch die Rolle der Jugendämter überprüft werden, schon 2016 gab es Hinweise darauf, dass die heruntergekommene Parzelle auf dem Campingplatz möglicherweise nicht der richtige Wohnort für ein kleines Pflegekind sein könnte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bereits gegen mehrere Mitarbeiter der Behörde.

Frank Schäfsmeier, 54, kennt Andreas V. seit Langem. Ihm gehört der Campingplatz Eichwald. Er sah, wie Andreas V. mit seinen Eltern kam, vor gut 30 Jahren. Wie sie nach einem Urlaub auf dem Platz eine Parzelle erwarben, wie sie daraus einen Dauercampingplatz machten, den sie intensiv nutzten. Nach dem Tod der Mutter habe Andreas V. die Parzelle übernommen. Ab da sei es unordentlich geworden.

Frank Schäfsmeier

SPIEGEL ONLINE

Frank Schäfsmeier

Andreas V. sei davon abgesehen aber ein unauffälliger Typ gewesen. „Einer von vielen“, sagt Schäfsmeier. Vor einigen Jahren sei das Mädchen aufgetaucht. Andreas V. habe erst stundenweise auf das Kind aufgepasst, die Mutter, offenbar eine Verwandte, hatte wohl „eine schwierige Lebenssituation“, sagt Schäfsmeier.

2016 nahm Andreas V. das Kind in Obhut. „Ich bin jetzt der Papa“, habe er gesagt, erinnert sich Schäfsmeier. „Da war ich schon verwundert“, sagt der Campingplatz-Betreiber. „Er war einfach nicht der ordentlichste, seine Parzelle sah bedenklich aus.“

Bedenken gab es auch von anderer Seite. Ende 2016 wurde beim Jugendamt Kreis Lippe eine Kindeswohlgefährdung angezeigt – der Hinweis soll vom Jobcenter gekommen sein, das Andreas V. betreute. Laut einem Sprecher des Landkreises bezog sich der Hinweis jedoch auf eine mögliche Verwahrlosung des Kindes, nicht auf sexuellen Missbrauch. Das Jugendamt kam nach einer Prüfung zu dem Schluss, dass nicht von einem verwahrlosten Umfeld die Rede sein könne – und ließ das Mädchen in der Obhut von Andreas V.

Man habe empfohlen, die Wohnsituation auf Dauer zu verändern, heißt es in einer Mitteilung des Landkreises Lippe. Wegen des Wohnortes der Mutter sei das Jugendamt Hameln-Pyrmont zuständig gewesen, man habe in regelmäßigem Kontakt gestanden. „Die Rückmeldungen der Behörde, unter anderem durch das Jugendamt Hameln-Pyrmont, versicherten eine Verbesserung der Lebenssituation und lieferten keine Verdachtsmomente auf einen sexuellen Missbrauch“, heißt es in der Mitteilung. So lebten V. und das Mädchen weiter auf dem Campingplatz.

Andreas V. habe sich gut um das Mädchen gekümmert, habe ihr Schulhefte gekauft, sei zum Tanzkurs mit ihr gegangen oder zum Spielplatz geradelt, sagt Schäfsmeier. Nie habe es auf dem Campingplatz Gerüchte über Missbrauch gegeben.

Dass er sich um Kontakt zu anderen Kindern bemühte, fiel jedoch auf im Ort. Die Verkäuferin des letzten Supermarkts im Stadtteil Elbrinxen erzählt, V. habe einmal einen Zettel aufgehängt: Ponyreiten für Kinder habe er angeboten, seine Pflegetochter habe Pferde gehabt. Er habe sie auch direkt angesprochen, so die Verkäuferin, damit sie ihre Kunden auf das Angebot aufmerksam mache.

„Er hat auch Druck auf die Kinder aufgebaut“

Dass so lange niemand etwas mitbekam, lag laut Ermittlern auch am Vorgehen des Verdächtigen. „Er hat auch Druck auf die Kinder aufgebaut“, sagt der Detmolder Oberstaatsanwalt Ralf Vetter. „Er hat gedroht, dass etwas passieren würde, wenn man sich offenbare.“

Ende 2018 fiel dann doch etwas auf. Die Ermittler erhielten Hinweise auf den sexuellen Missbrauch einer Sechsjährigen, die mit der Pflegetochter von Andreas V. befreundet war. Der 56-Jährige wurde angezeigt. Noch am selben Tag, Mitte November, habe man gehandelt und die Pflegetochter von Andreas V. in Obhut genommen, teilte das Jugendamt mit.

Jakob Wendels* Tochter ging mit dem Pflegekind von Andreas V. in die Schule. Die Kinder seien befreundet gewesen. Andreas V. habe angeboten, mit den Mädchen ins Schwimmbad zu gehen oder zum Einkaufen nach Bad Pyrmont. Er habe immer angeboten, alles zu bezahlen. Doch da Wendel den Mann nicht gut kannte, habe er abgelehnt.ANZEIGE

Wissen wie es geht. Besonders beim Geld

Reden wir über die Zukunft des Geldes. Ihrem Geld! Online-Banking war nur der erste Schritt. Die nächste Entwicklung ist bereits in vollem Gange: mobiles Bezahlen. Wie machen Sie sich und Ihre Finanzen bereit, die reale und digitale Welt zu einer zu verbinden?

Trotzdem sei seine Tochter bei Andreas V. und dessen Pflegekind gewesen, um zu spielen. Seit den Enthüllungen ist er besorgt. Seine Frau überlege, zu einem Familientherapeuten zu gehen, der dem Mädchen alles erkläre.

Als die Pflegetochter von Andreas V. Anfang Dezember nicht mehr in die Schule kam, habe er Andreas V. noch eine SMS geschrieben. Eine Antwort habe er nie bekommen. Inzwischen weiß er auch, warum.

*Name geändert

HARDENBICKER-WEBER Blog

Was wäre eine Familie ohne Kind?

Was wäre eine Ehefrau ohne einen Ehemann?

Was wäre ein Ehrenmann ohne Ehre?

In diesem Beitrag habe ich dem Minderjährigen Kind Lara Boz mein Versprechen gegeben, es raus zu boxen, in welcher Scheiße sie auch immer steckt! Und aktuell steckt sie in dieser Scheiße.

Den dort nach Angaben der Sekretärin Frau Stütz-Eichel Zuständigen und Verantwortlichen Mitarbeiter Thorsten Menzner haben wir heute neben alle weiteren auf der Homepage Genannten Mitarbeiter per E-Mail zu der Fortsetzung der Umgangskontakte angesprochen, welche heute ausfielen. Ebenso haben wir ihn gefragt, wie SEINE Fähigkeit und SEIN WILLE zur Kooperation mit der Sorgeberechtigten Mutter aussehen könnte.

Wir lassen ihm genau einen Tag zum Überlegen. Falls er sich in dieser Zeit nicht zu christlichen und ethisch sowie moralisch unbefleckten Werten bekennt (sicherlich wäre es nicht angemessen, wenn diese Werte mit Sperma-Flecken zahlreicher Spender befleckt und von der Jahre langen Nutzung durchgescheuert und abgenutzt daher kämen, so wie es damals wie heute leider immer noch zig tausenden von Kindern jedes Jahr in der Privaten Fremd Betreuungs Industrie (FBI) ergehen muss) und mit der Sorgeberechtigten Mutter so wie es in dem Konzept offensichtlich nur geheuchelt wird, in Kooperation geht, dann werden wir den, an ihn gerichteten Brief wie versprochen, an dieser Stelle unseren Lesern zur Verfügung stellen. – Ein Mann, ein Wort.

Aber vermutlich wird jede Form der „Kooperation“ mit Vertragspartnern der KKM oder der KKM selbst entbehrlich werden, da der Ersatzrichter für die, wegen Befangenheit abgelehnte Abteilungs-Richterin „Dr.“ KATJA FINKE die kleine Lara morgen Vormittag auf dem „Rechtsweg“ aus der Gefangenschaft entlassen und zu ihrer Mutter nach Hause lassen wird.

Die, in diesem Blog Beitrag bis auf die Grundmauern Erschütterte Glaubwürdigkeit der BARBARA HARDENBICKER-WEBER wird für diese Entscheidung vermutlich eine elementare Bedeutung zukommen.

Muss man sich doch mal vorstellen, dass der sog. „Verfahrensbeistand“ des entführten und von seiner Mutter getrennten Kindes in seinem nachfolgend wieder gegebenen schriftlichen Bericht dem Gericht mitgeteilt hat, dass ihr Gesprächspartner das gesamte Telefonat wohl Ton-technisch dokumentiert hat und trotzdem an zahlreichen Stellen „wie gedruckt“ lügt.

Ein bekannter Vater sprach im Zusammenhang mit Vertretern dieses Berufsstands einmal lapidar und etwaig auch voll zutreffend von „BERUFS-LÜGNERN“. – Wir lassen uns an dieser Stelle zu nichts hinreißen, bieten unseren geschätzten Lesern jedoch gerne die Möglichkeit, sich an Hand des ebenfalls zur Verfügung gestellten Hörspiels ein eigenes Bild zu verschaffen.

Hier kommt der Ton-Beweis, den die Dame mit Doppel-Namen angekündigt hat:

Man höre: Sie spricht von einem Grundrecht auf Umgang und beteiligte sich nur vier Tage später an der Körperverletzung und Freiheitsberaubung zum Nachteil der Fatma und Lara Boz. – Die Information, dass das Telefonat aufgezeichnet wird, kam von der BES und nicht von jemand anderem !

Rechtfertigender Notstand

Hier kommen noch die Beweise für die Straftaten des Stadt-Psychiaters LEVEN-SCHMITZ:

Link 1 – LEVEN-SCHMITZ gegen Ingo Lanzerath

Link 2 – LEVEN-SCHMITZ gegen Ingo Lanzerath und dessen Mutter

Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse

Verletzung von Privatgeheimnissen

Gebrauch unrichtiger Gesundsheitszeugnisse

Tätertherapie ist Opferschutz

Mit freundlichem Dank an die Kölner Polizei, deren Informationen auf folgender Internetseite uns in der Annahme des Einverständnisses für die Publizierung dieser wichtigen Informationen bedienen

Dem Missbrauch den Rücken kehren

Tätertherapie kann Missbrauch verhindern

© Christian Albert, MEV-Verlag

Pädophilie oder Pädosexualität, also das sexuelle Interesse eines Erwachsenen an Kindern, wird als psychische Störung eingestuft. Als „kernpädophil“ gelten diejenigen Pädosexuellen, deren sexuelles Interesse ausschließlich Kindern gilt.

Jürgen Lemke ist approbierter Psychotherapeut in der Einrichtung „Kind im Zentrum“ (KiZ) in Berlin, einer Beratungs- und Therapiestelle für Täter und Opfer von sexuellem Missbrauch. Er arbeitet seit Jahren mit verurteilten Pädosexuellen, die Kinderpornografie konsumiert oder hergestellt haben oder selbst Kinder sexuell missbraucht haben. Eine Gruppentherapie, die sich in der Regel über zwei bis drei Jahre erstreckt, gehört häufig zu den geforderten Auflagen der zuständigen Gerichte. „Wir gehen davon aus, dass die Arbeit mit Tätern präventiven Charakter hat und den Missbrauch an Kindern reduzieren oder verhindern kann“, erklärt Jürgen Lemke. Von den Tätern sei allerdings kein einziger freiwillig in Therapie – den meisten fehle es komplett an Unrechtbewusststein. Der Täter müsse daher in einem langen Prozess überhaupt erst einmal einsehen, warum etwa der Konsum von Kinderpornografie den Kindesmissbrauch fördert und unterstützt. Bis diese Einsicht entsteht, könne es schon mal ein bis zwei Jahre dauern. Jürgen Lemke: „Der Begriff ‚bagatellisieren’ beschreibt das Verhalten der Täter am besten. Denn es wird einfach alles bagatellisiert. Der Konsum und die Herstellung von Kinderpornografie genauso wie ein aktiv begangener Missbrauch. Dies geschieht einerseits zur Selbstberuhigung. Andererseits sehen die Täter sich selbst häufig als Unschuldslämmer – sie sind sich keinerlei Schuld bewusst.“ 

Für die Pädosexuellen ist Kinderpornografie kein Kindesmissbrauch. Darauf angesprochen reagieren die meisten mit Ausreden und Schutzbehauptungen wie „Die Kinder sehen ja auf den Bildern nicht unglücklich aus – die weinen ja nicht!“ oder „Die spielen doch nur, das ist doch nichts Schlimmes“ bis hin zu „Ich helfe ja dem Kind, wenn ich die Bilder kaufe – die Familie lebt ja auch davon!“ Die erste Phase der Therapie sei daher immer den äußeren Druck in eine innere Motivation umzuwandeln, erklärt der Therapeut. Die Täter müssten wirklich verstehen, dass der Konsum von Kinderpornografie direkt mit dem Missbrauch zusammenhängt. Sie müssen begreifen, dass dieses Bild- oder Videomaterial überhaupt nur produziert wird, weil die Nachfrage danach besteht. Sie müssen verstehen: Wer Kinderpornografie konsumiert, macht sich mitschuldig am Missbrauch von Kindern. Und, dass kein Kind sich freiwillig missbrauchen lässt oder gar Spaß daran hat. 

Täter müssen lernen, Empathie für die Opfer zu empfinden

© CC-Verlag

 Durch die intensive Auseinandersetzung in den Gruppentherapien werden bei den Tätern Denkprozesse in Gang gesetzt. „Es bringt nichts, ihnen eine Standpauke zu halten, nach dem Motto „Das darfst du nicht!“.“ Man müsse vielmehr psychotherapeutisch arbeiten und ihnen Stück für Stück begreifbar machen, dass sie Kindern durch ihr Verhalten ernsthaften Schaden zufügen und welche realen Missbrauchs-Prozesse hinter der Kinderpornografie stecken, meint Jürgen Lemke. „Daraus erwächst dann – im besten Fall – ein wirkliches Verstehen.“ Ein zentraler Aspekt in der Therapie ist das Wecken von Empathie für die Opfer: Die Täter lernen, welche Spätfolgen ein Missbrauch für ein Kind haben kann. Nicht zuletzt muss der Pädosexuelle auch erkennen, wie absurd die Vorstellung ist, dass ein Erwachsener eine gleichberechtigte partnerschaftliche sexuelle „Beziehung“ mit einem Kind haben kann. „Man muss während der Therapie Prozesse in Gang bringen, die zeigen, dass es nun einmal ein Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern gibt und der Erwachsene dem Kind immer überlegen sein wird. Nur auf Drängen des Erwachsenen hin findet der sexuelle Kontakt statt. Niemals auf Wunsch des Kindes“, so Lemke.

Pädosexualität heilen?

Das Projekt „Kein Täter werden“ der Charité Berlin beinhaltet ein kostenloses und durch die Schweigepflicht geschütztes Behandlungsangebot für Personen, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen und/oder Kinderpornografie konsumieren und therapeutische Hilfe suchen. 

Pädosexualität ist keine Krankheit, sondern eine sexuelle Disposition, die nicht verändert werden kann. Pädosexuelle haben sich diese Neigung nicht ausgesucht. Einem pädosexuell veranlagten Mann zu sagen, er dürfe keinen sexuellen Kontakt zu Kindern haben ist so, als würde man nicht pädosexuellen Erwachsenen ein Leben in sexueller Enthaltsamkeit abverlangen. Das Ziel einer Therapie muss aber sein, sexuelle Übergriffe auf Kinder zu verhindern und den Konsum von Kinderpornografie komplett einzustellen. Der Pädosexuelle muss dazu Strategien erlernen, um sein Verhalten zu kontrollieren. Nicht aufgrund von Zwang, sondern durch die eigene Motivation. Pädosexuelle können lernen, mit ihrer Neigung umzugehen – vorausgesetzt, sie haben den festen Willen dazu. Das bedeutet aber auch, dass sie ein Leben führen müssen, das ihrer sexuellen Natur keinen Raum lässt. Jürgen Lemke erklärt: „Der Pädosexuelle braucht einen neuen Lebensinhalt. Bislang bestand dieser fast ausschließlich aus Kindern. Er muss sich ein komplett neues Umfeld schaffen – neue Freunde, vielleicht eine neue Wohnung und einen anderen Job. Außerdem können bestimmte Medikamente dabei helfen, den Sexualtrieb zu zügeln.“ 

Jürgen Lemke sieht die Tätertherapie als wirkungsvollen Ansatz, um künftigen Missbrauch zu verhindern. Denn bei vielen hat er damit Erfolg. „Auch wenn die innere Motivation bei manchen eher daher rührt, dass sie nie wieder zurück ins Gefängnis wollen, ist das ein Ansatz, mit dem man arbeiten kann“, so Lemke. Es gibt allerdings auch Tätergruppen, die als sehr schwer bis gar nicht therapierbar gelten. Ist ein Pädosexueller etwa extrem gewalttätig oder sadistisch veranlagt, besteht meist keine Chance auf einen Therapieerfolg. Für diese Täter kommt dann in der Regel nur ein lebenslanger Aufenthalt in der geschlossenen Psychiatrie in Frage.

Mehr Anlaufstellen für Täter und Opfer

Hilfsangebote für Pädosexuelle gibt es wenige. Dabei ist es wichtig, gerade Jugendlichen Anlaufstellen zu bieten. Jürgen Lemke erklärt: „Man weiß nicht genau, warum manche Menschen pädosexuell sind und andere nicht. Das lässt sich nicht an einzelnen Faktoren festmachen. Häufig macht sich eine pädosexuelle Neigung aber schon während der Pubertät bemerkbar. Diese Jugendlichen wissen dann oft einfach nicht, wohin sie sich wenden sollen. Pädosexualität ist ein Tabuthema.“ Die Jugendlichen verschweigen ihre pädosexuelle Neigung, weil sie wissen, dass die Gesellschaft sie dafür ächtet. Dabei wäre es wichtig, genau an diesem Punkt anzusetzen, damit es gar nicht erst zu einem Missbrauch kommt. „Wir brauchen auf diesem Gebiet einfach mehr Aufklärung – sowohl von Opfer- als auch von Täterseite. Das Thema muss in Fortbildungen für Psychologen, Lehrer und Trainer integriert werden. Auch im Schulunterricht sollte Pädosexualität thematisiert werden, um für das Thema zu sensibilisieren“, meint der Therapeut. 

Ihre Unterstützung ist für alle Kinder wichtig

LICHTBLICK – Verein für Soziale Verantwortung e.V.
Der Verein ist gemeinnützig
So können Sie uns unterstützen:
Lichtblick e.V.
IBAN: DE69 7002 2200 0020 1782 99
BIC: FDDODEMMXXX
Fidor Bank
Spenden

Sexueller Missbrauch: Die Arbeit der Hilfsorganisationen

Mit freundlichem Dank an die Kölner Polizei, deren Informationen auf folgender Internetseite uns in der Annahme des Einverständnisses für die Publizierung dieser wichtigen Informationen bedienen

Prävention und Beratung mit knappen Mitteln

Hilfsorganisationen sind oft erste Anlaufstelle für Opfer sexuellen Missbrauchs

© Maria P., fotolia

Sexueller Missbrauch ist als Thema in der Öffentlichkeit angekommen. Stiftungen und Hilfsorganisationen sind gefordert, zu beraten und zu helfen. Angesichts der klammen öffentlichen Kassen fehlt es ihnen jedoch an Mitteln, um noch mehr zu erreichen.

„Über sexuellen Missbrauch wird endlich gesprochen“, sagt Barbara Schäfer-Wiegand und klingt dabei so, als hätte man ihr gerade ein Geschenk gemacht. Seit Jahren engagiert sich die ehemalige Sozialministerin von Baden-Württemberg in der Stiftung Hänsel und Gretel gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern. Jahrelang wurden viele ihrer Anregungen und Forderungen von der Öffentlichkeit kaum beachtet. In weiten Teilen der Gesellschaft galt die Devise: Schweigen, Verdrängen, Vergessen – auch in den Medien. „Wir haben über Jahre hinweg gespürt, wie stark tabuisiert der sexuelle Missbrauch ist und wie schwierig es war, diese Thematik in der Öffentlichkeit zu platzieren“, so die Stiftungsvorsitzende.

Doch die Jahrzehnte des Schweigens sind nun vorbei: Das große mediale Interesse an den Missbrauchsfällen innerhalb der Kirchen oder den Vergewaltigungsvorwürfen gegen Mitarbeiter der Odenwald-Schule haben dem Thema eine bisher nicht gekannte Präsenz gebracht.

„Wir sind natürlich froh, dass sexueller Missbrauch seitdem so stark wahrgenommen wird. Nicht zuletzt, um auf die enormen Probleme der Hilfs- und Kinderschutzorganisationen hinzuweisen“, sagt Ursula Enders, Geschäftsführerin beim Kölner Verein Zartbitter. Als Kontakt- und Informationsstelle betreut Zartbitter Mädchen und Jungen, die sexuell missbraucht wurden. Dazu kommen die Beratung der Eltern sowie eine vielschichtige Präventionsarbeit. Obwohl die Arbeit der Vereine, Initiativen und Stiftungen für die Missbrauchsopfer besonderes wichtig ist, werden die Mittel immer knapper. Denn die eng geschnürten Haushalte der Städte und Kommunen treffen auch die Hilfsorganisationen hart. 

Kreative und innovative Präventionsarbeit

Ausreichende Mittel sind nicht nur für die Beratung, sondern auch für die Präventionsarbeit wichtig. Auf diesem Gebiet hat sich Zartbitter aus Köln einen besonders guten Ruf erarbeitet. Seit Jahren produziert der Verein unterschiedliche Materialien wie Broschüren, Bilderbücher, Comics oder Plakate, die das Thema sexueller Missbrauch kindgerecht darstellen. „Alle Materialien müssen so gestaltet sein, dass die Kinder alleine damit arbeiten und sich gegenseitig unterstützen können“, erklärt Enders. Der Grund: Längst nicht jedes Kind hätte zur Auseinandersetzung mit dem Thema einen adäquaten Erwachsenen in der Nähe. „Bei der Gestaltung passen wir uns gezielt der Jugendkultur an“, so die Geschäftsführerin. Zartbitter-Medien werden deshalb etwa von bunten Farben und witzigen Figuren dominiert. Sie erfreuen sich auch bei anderen Hilfsorganisationen großer Beliebtheit, weshalb Zartbitter-Materialien bundesweit in der Präventionsarbeit eingesetzt werden.

Kindgerechtes Bildmotiv zum Thema sexueller Missbrauch

© Dorothee Wolters

Ebenfalls überregional aktiv ist das Präventionstheater von Zartbitter, das vor allem in Schulen auftritt. Innovativ daran ist vor allem das Entwicklungsmodell. Dabei findet ein Transfer von theoretischen Überlegungen in Praxisanwendungen statt. Bevor Enders mit ihren Kolleginnen und Kollegen das Theaterstück „Click it“ entwickelt hat, war sie drei Jahre lang täglich mindestens eine Stunde in Kinder-Chatrooms unterwegs. Enders: „Ich habe mich über Nutzerprofile von Kindern eingeloggt und geschaut, was passiert. Über die Jahre bin ich dabei massenhaft mit sexuellen Inhalten und Kinderpornografie konfrontiert worden. So konnte ich dann aber auch Präventionsstrategien ausprobieren und verbessern.“ Zartbitter-Theaterstücke seien deshalb immer eine Antwort auf konkrete Praxisfälle. Einen anderen Ansatz um Kinder vor Pädophilen zu schützen, verfolgt Prof. Klaus Beier an der Berliner Charité. Der Sexualmediziner entwickelte ein geradezu revolutionäres Präventionsprojekt: Ins Zentrum seiner Arbeit stellt er nicht das Opfer, sondern den potentiellen Täter. Im Rahmen des Forschungsprojekts „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch im Dunkelfeld“ finden seit Juni 2005 Männer therapeutische Unterstützung, die auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien haben, aber keine Übergriffe begehen wollen. Für Barbara Schäfer-Wiegand ein wichtiger Schritt: „Der Täter ist seit Jahrhunderten geschützt, das Opfer aber nicht. Dabei muss man sich doch wirklich fragen: Wie kann ich bei diesen Tätern eine Gegenstrategie zum Schutz von Kindern entwickeln?“, so die Ex-Ministerin, die sich selbst intensiv mit der Täterforschung beschäftigt hat. 

Anlaufstellen bieten Pädophilen Therapiemöglichkeiten

Die Auseinandersetzung mit dem Täter fällt Hilfsorganisationen offensichtlich schwer. Bei 500 Kinderschutzorganisationen hatte die Charité für eine Kooperation zum Projekt „Kein Täter werden“ geworben. „Wir waren die Einzigen, die den Mut hatten, das Projekt zu unterstützen“, so Schäfer-Wiegand. Die Stiftung Hänsel und Gretel finanzierte die komplette Medienkampagne. Mit ihrer Hilfe und dem Slogan „Lieben Sie Kinder mehr als Ihnen lieb ist?“, sollten Betroffene, also problembewusste, therapiewillige, potentielle und reale Täter im Dunkelfeld, auf die Möglichkeit einer Beratung und Therapie hingewiesen werden. Die Reaktion übertraf alle Erwartungen. Über 800 Männer meldeten sich an Beiers Institut, darunter auch Personen aus Österreich und der Schweiz. Die Charité schafft so eine Anlaufstelle, die auch für andere Bundesländer Vorbildcharakter hat. Die Stiftung Hänsel und Gretel unterstützt vehement ihre Verbreitung in weiteren Bundesländern: Inzwischen gibt es neben Berlin auch Anlaufstellen in Kiel, Leipzig und Regensburg.

Infos zum Projekt „Kein Täter werden“ gibt es unter 
http://www.kein-taeter-werden.de/ 

Wie groß der eigentliche Bedarf ist, zeigen statistische Untersuchungen. Experten gehen davon aus, dass sich etwa ein Prozent aller Männer zwischen 18 und 75 Jahren von Kindern sexuell angezogen fühlen. Das wären in Deutschland rund 200.000 Personen. Die Opferzahlen sind noch viel höher. Schäfer-Wiegand: „Jede halbe Stunde passiert ein sexueller Missbrauch in der Bundesrepublik. Jede zehnte Frau und jeder dreißigste Mann berichten von sexuellen Übergriffen in ihrer Jugend. Und wenn man diese Opferzahlen einmal hochrechnet, dann kommt man auf Millionen Opfer.“ Umso wichtiger wäre es, dass die sexualmedizinische Betreuung potentieller Täter langfristig in Präventionskonzepten etabliert wird. „Tätertherapie ist Opferschutz. Damit können weitere entscheidende Schritte für den Kinderschutz in Deutschland getan werden“, sagt Barbara Schäfer-Wiegand.

Ihre Unterstützung ist für alle Kinder wichtig

LICHTBLICK – Verein für Soziale Verantwortung e.V.
Der Verein ist gemeinnützig
So können Sie uns unterstützen:
Lichtblick e.V.
IBAN: DE69 7002 2200 0020 1782 99
BIC: FDDODEMMXXX
Fidor Bank
Spenden

Institutionen müssen sexuellem Missbrauch vorbeugen

Mit freundlichem Dank an die Kölner Polizei, deren Informationen auf folgender Internetseite uns in der Annahme des Einverständnisses für die Publizierung dieser wichtigen Informationen bedienen

Tabus brechen, offene Atmosphäre schaffen

Sexueller Missbrauch ist häufig immer noch ein Tabuthema

© Piotr Kozikowski, fotolia

Thomas Schlingmann ist Experte der Beratungsstelle Tauwetter e. V. in Berlin. Er betreut Männer, die als Jungen sexuell missbraucht wurden. Im Interview spricht er über den Missbrauch in Institutionen und was sich ändern muss, damit man diesen verhindern kann.

Herr Schlingmann, wie ist der Gedanke entstanden, eine Beratungsstelle speziell für missbrauchte Männer zu gründen?

Der Tauwetter e. V. ist 1995 aus einer Selbsthilfegruppe für Männer entstanden, die als Kinder sexuell missbraucht wurden. An diese Gruppe kamen immer wieder Anfragen von anderen Männern, die mitmachen wollten, weil sie sich mit ihren Problemen nirgendwo anders gut aufgehoben fühlten. Das hat uns gezeigt: Hier ist Bedarf! Wir haben dann sehr klein angefangen und das, was wir selber an Erfahrungen in der Auseinandersetzung innerhalb der Gruppe gemacht und gelernt haben, an andere weitergegeben. Im Laufe der letzen 15 Jahre sind wir gewachsen, allerdings sind wir bis heute leider die einzige Stelle, die in dieser Form auf die Peer-Beratung von Männern spezialisiert ist.

Wie schwer fällt es insbesondere Männern, sich gegenüber anderen als Missbrauchsopfer zu erkennen zu geben?

Das fällt ihnen schon sehr schwer. Die Betroffenen fürchten eine gesellschaftliche Stigmatisierung und haben massive Zweifel an ihrer Geschlechtsidentität. Es ist auch heute noch so, dass ein Mann erfolgreich und durchsetzungsfähig sein muss. Ein missbrauchter Mann passt da nicht ins Bild. Was bin ich denn für ein Mann, wenn mir so etwas passiert ist? Das ist es, was insbesondere viele junge Männer erstmal dazu bringt, zu schweigen. Mal ganz abgesehen von materieller Abhängigkeit, Angst und Scham – lauter Dinge, die auch von missbrauchten Mädchen erlebt werden. Den Schritt aus dieser Notlage heraus zu machen und über das Erlebte zu sprechen, kostet Kraft und dauert seine Zeit. 

Was sind denn Ihre konkreten Forderungen an die Politik?

Als erstes brauchen wir ein flächendeckendes Unterstützungsnetz mit mehr und stärker spezialisierten Beratungsstellen. Einfach deshalb, weil momentan sehr viel über Prävention geredet wird, was gut und richtig ist, aber das hilft den derzeit Betroffenen überhaupt nicht. Institutionelle Prävention, die verhindert, dass es zu Missbrauch kommt, ist aber der zweite wichtige Punkt. Die Erwachsenen müssen hier in die Pflicht genommen werden. Es müssen Räume geschaffen werden, die Kindern die Möglichkeit geben, zu sagen: „Hier ist irgendetwas komisch“. Als drittes kommt man dann in den Bereich des Opferschutzes. Dieser muss verbessert werden. Es darf beispielsweise nicht sein, dass missbrauchte Kinder fünfmal in einem Verfahren aussagen müssen und so fast schon zwangsläufig re-traumatisiert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt sind angemessene Entschädigungen. Hier geht es um die unterschiedlichen Haftungs- und Schadensersatzansprüche, und zwar knallhart nach dem Bürgerlichen Recht – und nicht um eine symbolische Anerkennung, wie sich das die Kircheninstitutionen nach den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen vorstellen. 

Gibt es neben der vermehrten Berichterstattung in den Medien weitere Indikatoren dafür, dass das Thema sexueller Kindesmissbrauch in Institutionen enttabuisiert wird?

Ein wichtiger Anhaltspunkt bezüglich der Aussprechbarkeit von sexueller Gewalt wäre meiner Meinung nach, wenn Pfarrer und Priester zum Beispiel in ihren Gemeinden selber öffentlich machen könnten und würden, wenn sie früher Opfer von sexueller Gewalt geworden sind. Es sagt viel darüber aus, welche Atmosphäre in einer Organisation herrscht, wenn Betroffene dort offen sagen können: Dies und jenes ist mir passiert. Solange die Einrichtungen, sei es eine Pfarrgemeinde oder ein psychosoziales Krisenzentrum, eine Atmosphäre pflegen, wo gesagt wird, „So etwas passiert da draußen, aber nicht bei uns“, solange ist das Thema nicht in den Köpfen angekommen und dann bestehen die Tabus nach wie vor.

Also gibt es ein Handeln nach dem Motto „Augen zu und durch“?

Missbrauch ist ein Thema, beim dem es vielen Menschen eiskalt den Rücken herunterläuft. Wenn ich diese Taten auf ein paar perverse Täter abschieben kann, ist das sehr bequem. Das ist wie ein schneller Reflex. Die wenigsten trauen sich ganz nah an das Thema heranzugehen und genau hinzusehen. Die Frage, „Warum macht jemand das?“, ist kein schönes Thema. Das will man auch gar nicht wirklich wissen. Weil es Übergänge gibt. Zwar fällt jeder Täter und jede Täterin bewusst die Entscheidung, ein Kind zu missbrauchen, insofern gibt es natürlich Unterschiede zwischen Tätern und Nicht-Tätern. Aber Macht missbrauchen oder Macht ausnutzen? Das kennen wir doch alle. Das haben wir alle schon gemacht. Da ist das Thema Missbrauch plötzlich auf sehr unangenehme Art und Weise ganz dicht bei uns selbst.

Ihre Kollegin Ursula Enders von der Organisation „zartbitter“ wünscht sich präventive Strukturen in den Institutionen. Ist das ein gangbarer Weg?

Ich denke, es müsste mit der Einstellung des Personals anfangen. Bewerber sollten ihren vorherigen Arbeitgeber von der Schweigepflicht entbinden können, damit der neue Arbeitgeber erfahren kann, ob es am alten Arbeitsplatz zu Übergriffen kam. Wenn man das als Standard abfragen kann, könnte man schon vor der Einstellung verhindern, dass jemand, der beispielsweise in einem Sportverein als Trainer wegen Missbrauchs rausgeflogen ist, einfach in den nächsten Verein wechselt. Es muss außerdem im Arbeitsvertrag klare Regelungen geben, die potentiellen Tätern und natürlich auch Täterinnen signalisieren: „Hier wird aufgepasst!“. Dazu müssen in jeder Institution individuelle Verhaltensregeln entwickelt werden. Und zwar partizipativ. Das heißt, die Kinder müssen mit einbezogen werden. Denn nur die wissen, wo die Schlupflöcher für Täter sind.

Wie kann das funktionieren?

Zum Beispiel über eine gemeinsame Gefährdungsanalyse. Dabei sammeln die Kinder selbst Ideen, wo ihnen etwas passieren könnte und was man dagegen tun kann. Dann setzt sich das Personal – die Erzieher, Lehrer oder Trainer – zusammen und macht dasselbe. Außerdem die Einrichtungsleitung und vielleicht die Eltern. Aus allen drei Programmen lässt sich dann ein Verhaltenskodex entwickeln, den alle kennen und hinter dem auch alle stehen. Die Regeln müssen natürlich auf jede Einrichtung angepasst sein. In einer Einrichtung für Behinderte haben andere Regeln zu gelten als im Sportverein. Das kann man mit den Kindern gemeinsam entwickeln. Dann ist zum Beispiel klar: Beim Vorlesen der Gutenachtgeschichte sitzt niemand auf einem Bett und grabbelt mit der Hand unter der Bettdecke, sondern sitzt im Raum auf einem Stuhl. 

Ihre Unterstützung ist für alle Kinder wichtig

LICHTBLICK – Verein für Soziale Verantwortung e.V.
Der Verein ist gemeinnützig
So können Sie uns unterstützen:
Lichtblick e.V.
IBAN: DE69 7002 2200 0020 1782 99
BIC: FDDODEMMXXX
Fidor Bank
Spenden

Pädophilie und Hebephilie

Mit freundlichem Dank an die Kölner Polizei, deren Informationen auf folgender Internetseite uns in der Annahme des Einverständnisses für die Publizierung dieser wichtigen Informationen bedienen.

Wenn sich Erwachsene zu Kindern hingezogen fühlen


Durch die therapeutische Begleitung von Menschen mit pädophilen oder hebephilen Präferenzen kann man potenzielle Opfer schützen

© mizina, fotolia

Pädophilie ist eine sexuelle Präferenz, bei der sich die betroffene Person von Kindern mit einem vorpubertären Körper angesprochen fühlt. Weist die körperliche Entwicklung der Kinder bereits erste Merkmale der Pubertät auf, spricht man von einer Hebephilie. Einem Teil der pädophilen und hebephilen Menschen gelingt es ein Leben lang, ihre sexuellen Impulse zu unterdrücken. Anderen gelingt das nicht. Sie machen sich durch den Konsum von Missbrauchsabbildungen oder den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen strafbar. Das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ ist ein Therapieangebot für Erwachsene, die sich zu Minderjährigen hingezogen fühlen und Hilfe suchen. Das Angebot soll pädophilen und hebephilen Menschen dabei helfen, mit ihrer Präferenz leben zu lernen und dazu beitragen, sexuelle Übergriffe zu verhindern.

Keine Wahl, sondern Schicksal

Einmal in der Woche kommen die Patienten für zwei Stunden an die Berliner Charité, um an den Gruppentherapiesitzungen teilzunehmen. Hier ist das Programm „Kein Täter werden“ 2005 am Institut für Sexualmedizin entstanden. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. „Das hat den Vorteil, dass die neuen Teilnehmer von den Therapieerfahrenen lernen und die Erfahrenen anhand der Fragen der Neuen ihren eigenen Fortschritt reflektieren können“, erklärt Hannes Ulrich. Der Psychologe und Systemische Therapeut ist seit 2013 für das Präventionsnetzwerk tätig. Das Ziel der Behandlung ist nicht, Pädophilie oder Hebephilie „wegzutherapieren“. Klinische Studien weisen darauf hin, dass eine Sexualpräferenz weitgehend stabil bleibt und sich nicht therapeutisch auflösen lässt. Vielmehr geht es darum, den Betroffenen deutlich zu machen: Sexuelle Präferenz ist ein Schicksal, für das man nichts kann. Dennoch ist jeder für sein Handeln verantwortlich. Die Teilnehmer lernen, ihre sexuelle Präferenz zu akzeptieren und in ihr Selbstbild zu integrieren sowie ihr Verhalten zu kontrollieren. „Das passiert immer vor dem Hintergrund, dass es nicht zum Missbrauch kommt“, so Ulrich.

Nicht jeder, der sich zu Minderjährigen hingezogen fühlt, begeht sexuellen Missbrauch und nicht jeder Täter ist pädophil oder hebephil. Nach derzeitigem Kenntnisstand sind ca. 40 Prozent der Missbrauchsfälle auf einen pädophilen bzw. hebephilen Motivationshintergrund zurückzuführen. In ca. 60 Prozent handelt es sich um eine Ersatzhandlung: Der Täter fühlt sich grundsätzlich von Erwachsenen angesprochen. Ein Missbrauch wird in dem Fall aus anderen Motiven begangen (z.B. Persönlichkeitsstörung).

Akzeptanz als Schutzfaktor

„Kein Täter werden“ ist das erste Behandlungsangebot dieser Art und schließt eine Lücke. Denn andere Maßnahmen zur Vorbeugung sexueller Übergriffe auf Kinder und Jugendliche richten sich im Wesentlichen an potenzielle Opfer, Eltern oder Erzieher. Die Nachfrage seitens der Betroffenen ist groß. Seit 2005 haben sich rund 8.000 Menschen an das Netzwerk gewandt, um Hilfe zu suchen. Neben Berlin gibt es mittlerweile zehn weitere Standorte sowie eine Außenstelle in Bamberg. „Betroffene reduzieren sich auf ihre sexuelle Präferenz und betrachten sich als Monster“, weiß Hannes Ulrich. In den meisten Fällen verheimlichen sie daher ihre Neigung und vertrauen sich niemandem an – und genau hier liegt das Problem. Denn eine soziale Integration durch eine allgemeine gesellschaftliche Akzeptanz, insbesondere im nahen Umfeld, sind die größten Schutzfaktoren vor sexuellen Übergriffen auf Minderjährige. „Wäre diese Präferenz gesellschaftlich akzeptiert, dann wäre die Gesellschaft selbst die beste Kontrollinstanz“, erklärt der Psychologe und nennt ein Beispiel: „Angenommen ein Nachbar bittet einen pädophilen Menschen darum, auf seine kleinen Kinder aufzupassen und dieser könnte ganz offen sagen: „Nein das geht nicht, denn ich bin pädophil“. Dann würde er verantwortungsbewusst handeln können. Jetzt müsste er wahrscheinlich fluchtartig die Stadt verlassen.“

Therapieansatz zeigt Erfolg

In den meisten Fällen verbessert sich die Lebensqualität der Betroffenen durch die etwa einjährige Therapie erheblich. Denn hier erfahren sie häufig zum ersten Mal, dass es noch andere Menschen mit demselben Problem gibt und sie damit nicht alleine sind – und dass andere Betroffene keine Monster sind, sondern Menschen mit einer anderen sexuellen Präferenz, genau wie sie selbst. Wie erste Erhebungen zeigen, verspricht der Therapieansatz nachhaltigen Erfolg. So berichtet den Ergebnissen zufolge bisher keiner der ehemaligen Teilnehmer, im Anschluss einen Missbrauch begangen zu haben. „Rückfälle gibt es natürlich trotzdem, was den Konsum von Missbrauchsabbildungen betrifft“, räumt Hannes Ulrich ein. Dennoch berichten diese Betroffenen, dass sie deutlich weniger Abbildungen konsumieren und sich keine neuen Inhalte herunterladen. Zudem sind die Handlungen, die darauf dargestellt sind, weniger drastisch. Dies kann durchaus auch als Therapieerfolg betrachtet werden. „Für uns ist aber klar: In dieser Hinsicht besteht aus therapeutischer Sicht noch Verbesserungsbedarf an der Behandlungsmethode.“

Das Thema zur Sprache bringen

Das Präventionsnetzwerk hat es sich langfristig zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit über Pädophilie und Hebephilie zu informieren und eine sachliche Diskussion anzuregen. Denn dabei handelt es sich immer noch um Tabuthemen. Bis dahin ist es noch ein langer und steiniger Weg, wie Hannes Ulrich erklärt: „Man wirft uns sehr häufig vor, dass wir die Betroffenen beziehungsweise die Täter schützen oder ihre Taten legitimieren wollen. Das ist Mitnichten der Fall. Wir treten den Therapieteilnehmern urteilsfrei gegenüber.“ Die Botschaft ist deutlich: Niemand ist für die sexuelle Präferenz verantwortlich, aber für sein Handeln. „Jegliche Art von sexuellem Kontakt mit Kindern und Jugendlichen findet aus unserer Sicht nicht einvernehmlich statt und ist zu Recht eine Straftat, die verfolgt werden muss. Am Ende geht es um das Wohl der Kinder“, stellt der Psychologe deutlich klar.

MW (25.08.2017)

Ihre Unterstützung ist für alle Kinder wichtig

LICHTBLICK – Verein für Soziale Verantwortung e.V.
Der Verein ist gemeinnützig
So können Sie uns unterstützen:
Lichtblick e.V.
IBAN: DE69 7002 2200 0020 1782 99
BIC: FDDODEMMXXX
Fidor Bank
Spenden

Das KK12 im Kampf gegen Sexualdelikte

Mit freundlichem Dank an die Kölner Polizei, deren Informationen auf folgender Internetseite uns in der Annahme des Einverständnisses bedienen.

Geduld und Fingerspitzengefühl sind gefordert 

Die Dunkelziffer bei Sexualstraftaten ist hoch

© Gerhard Seybert, fotolia

Das Kriminalkommissariat 12 der Kölner Polizei beschäftigt sich ausschließlich mit Sexualdelikten. Allein 500 Anzeigen wegen Vergewaltigung und sexuellem Kindesmissbrauch werden pro Jahr bearbeitet.

Seit fünf Jahren leitet Martina Sundermann das Kriminalkommissariat 12, kurz KK12, in Köln. Kein einfacher Job, denn Sundermann und ihr Team beschäftigen sich ausschließlich mit Straftaten, die bei vielen Menschen Ängste und Unbehagen hervorrufen. Dazu gehören sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, sexuelle Nötigung und Vergewaltigung sowie Kinderpornografie. Und trotzdem hat Martina Sundermann Spaß an ihrem Beruf: „Gerade weil wir es mit solchen Straftaten zu tun haben, ist unser Ehrgeiz, die Täter zu stellen, besonders hoch“, erklärt die Kriminalhauptkommissarin. 

Rund zwanzig Frauen und Männer haben sich im KK12 dem Kampf gegen Sexualdelikte verschrieben – alle sind freiwillig in Sundermanns Dienststelle. Die wichtigsten Charaktermerkmale, um erfolgreich im KK12 zu arbeiten, sind ausgeprägte Geduld und Toleranz. „Die Vernehmung traumatisierter oder verängstigter Opfer ist sehr aufreibend und kann mehrere Stunden dauern. Wie meine Kolleginnen und Kollegen dort die Ruhe bewahren, ist immer wieder bewundernswert“, so Sundermann. Vielen Opfern fällt die Zusammenarbeit mit den Ermittlern nicht leicht. Das gilt vor allem für Vergewaltigte, die im Gespräch mit der Polizei das Erlebte noch einmal genau beschreiben müssen. Sundermann: „Der Schock und die Scham der Opfer, teilweise auch das Suchen der Schuld bei sich selbst – das macht es für die Kollegen schwer, alle objektiven Merkmale eines Falles aufzunehmen.“ 

Die richtigen und nötigen Fragen stellen

Auch in der Anhörung selbst ist Fingerspitzengefühl gefragt. „Wir müssen begründen, warum wir intime Informationen brauchen. Wir fragen ja nicht aus bloßer Neugier nach dem letzten einvernehmlichen Geschlechtsverkehr, sondern um später Spuren richtig einordnen zu können.“ Damit die Gesprächssituation für das Opfer so erträglich wie möglich wird, regelt ein polizeiinterner Erlass, dass die Vernehmung auf Wunsch von einem KK12-Mitglied des gleichen Geschlechtes durchgeführt wird. Für diese Gespräche sind die Mitarbeiter speziell geschult. Durch Fortbildung und Übung haben sie gelernt, behutsam mit den Opfern umzugehen und Schilderungen vorurteilsfrei anzunehmen. Vor allem für Gespräche mit Kindern braucht es eine gewisse Übung. „Insbesondere kleine Kinder sind nur schwer in der Lage, einen Sachverhalt eigenständig zu schildern“, erklärt die Hauptkommissarin. Bei der Befragung müssen die Ermittler daher aufpassen, das vermeintliche Opfer nicht mit Suggestivfragen in eine bestimmte Richtung zu drängen. Eine Frage wie „Was hat der Mann denn dann gemacht?“, beinhalte schon, dass jemand überhaupt etwas gemacht oder sich falsch verhalten hat. So etwas sei nicht zulässig.

Ihre Unterstützung ist für alle Kinder wichtig

LICHTBLICK – Verein für Soziale Verantwortung e.V.
Der Verein ist gemeinnützig
So können Sie uns unterstützen:
Lichtblick e.V.
IBAN: DE69 7002 2200 0020 1782 99
BIC: FDDODEMMXXX
Fidor Bank
Spenden